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Mittwoch, 27. Februar 2013

Es begann

vor 1 1/2 Jahren, als mein Mann zu seinem Geburtstag, das Buch "Wer Wind sät" von Nele Neuhaus geschenkt bekam.


Ein dicker Kriminalroman von 559 Seiten mit Aufkleber "Platz 1 der SPIEGEL Bestsellerliste".
"Das ist aber ein dicker Schmöker", meinte mein Mann zuerst und hatte so gar keine Lust, sich an ihn heranzuwagen.
Als er die ersten 5 Seiten gelesen hatte, meinte er, der wäre echt spannend. Was soll ich sagen, meinen Mann konnte ich die nächsten 5 Tage komplett vergessen, er war ständig in das Buch vertieft.

In den Taunus-Krimis von Nele Neuhaus ermitteln zwei Kommissare: Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff.
In diesem Buch hier wird Pia Kirchhoff zu einem Tatort gerufen, wo ein Mord geschah und gemeinsam ermitteln dann beide Kommissare im Umkreis einer Bürgerinitiative, die gegen einen geplanten Windpark sind. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf ein Grundstück, das auf einmal 2 Mio Euro wert ist. Aktuelles Thema, mitten aus dem Leben gegriffen.

Nachdem mein Mann das Buch gelesen hatte und er mehr als begeistert war, musste ich es einfach auch lesen und mir ging es wie ihm. Mir fiel es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Danach recherchierte ich ein wenig über die Autorin und fand heraus, dass ihr erster Krimi nicht im Taunus spielte, sondern in New York. Der Krimi "Unter Haien" ist oben nicht auf meinem Foto, da wir ihn zur Zeit verliehen haben.
Er handelt von einer jungen Deutschen, die als Bankerin nach New York kommt und dort als Brokerin Karriere macht, die große weite Welt schnuppert und sich ganz schnell in den Fängen der Mafia und befindet, die fleißig in den Bankgeschäften mitmischt.
Dieser 1. Krimi wurde schon zu einem Riesenerfolg und viele behaupten, es sei ihr bester Krimi.
Ich kann ihn nur empfehlen, er zeigt ganz deutlich die ganzen Machenschaften des Bankwesens, Korruptionen, Schmiergelder und im Endeffekt schreckt man auch vor einem Mord nicht zurück.

Ich möchte euch allen erst noch einmal danken für eure Zeilen zu meiner Frage, ob ihr den Film "Schneewittchen muss sterben" gesehen hattet.

Wie ihr oben seht, hatte ich vorher das Buch gelesen und war vom Film wirklich enttäuscht, weil die Handlung sehr frei interpretiert wurde, die Charaktere nicht mehr identisch sind mit denen im Buch.

Die Spannung auf die Frage nach dem Täter/der Täterin blieb im Film erhalten, jedoch weist der Film bei weitem nicht die Spannung auf, die der Leser beim Lesen erfährt. Auch wieder ein Buch, was einem schwer fällt, aus der Hand zu legen, hat man es einmal begonnen.

Eigentlich begann die Handlung im Buch damit, dass auf dem alten Flughafen von Eschorn/Ts. ein menschliches Skelett gefunden wurde und erst in weiteren Ermittlungen stieß man darauf, dass in einem Nachbarort vor 11 Jahren zwei Mädchen spurlos verschwanden, Stefanie Schneeberger, genannt Schneewittchen sowie auch ihre Freundin Lara.
Verurteilt hatte man damals Tobias Satorius, der der Schwarm aller Mädchen im Ort war. Er war zunächst Lauras Freund und als dann Stefanie neu mit ihren Eltern ins Dorf einzog, war er von ihr fasziniert. Aber nicht nur er, sondern auch andere Männer im Dorf.
Ich will jetzt nicht die ganze Geschichte hier erzählen, was ich vielmehr zum Ausdruck bringen möchte, ist, dass Film sehr von der Handlung des Buches abwich, viele doch recht wichtige Personen wie Tobias' Vater, sowie auch der Vater von Thies und Lars im Film nicht vorkamen, zum Schluss auch die Mörderin von Stefanie eine andere war und die Kommissare und andere Personen in einem ganz anderen Licht dargestellt wurden.
Was gänzlich fehlte und dem Buch einen besonderen Charme verlieh, waren auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der beiden Kommissare, Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff, ihre privaten Probleme und Sorgen.
Der im Film schnodderige Umgangston des von Bodensteins und die Art und Weise, wie er sich seiner Kollegin gegenüber verhielt, empfand ich im Film als mehr als daneben, hat man vorher das Buch gelesen.
Auch der autistische Thies von Terlinden wurde in meinen Augen lächerlich dargestellt. Im Buch ist er ein Junge mit Asperger Syndrom, ein liebenswürdiger Kerl, der wissentlich mit Medikamenten, Psychopharmaka und Beruhigungsmitteln jahrelang ruhig gestellt wurde unter Androhung, er würde in die Phychiatrie eingesperrt werden, wenn er etwas erzählen würde.
Auch seine Beziehung zu Amelie, die auf einmal verschwunden war, wurde nicht richtig dargestellt, denn beiden hatten ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Sie verstand ihn und er fühlte sich bei ihr verstanden. Der Film suggerierte, Thies hätte Angst vor ihr.

Weiter gehe ich jetzt nicht auf den Film im Vergleich zum Buch ein. Für mich war der Film wirklich enttäuschend und ich kann mir vorstellen, dass Nele Neuhaus, die ja sehr gespannt war, was der Drehbuchautor aus ihrem Roman machen würde, es ebenfalls war. Aber so ist das halt, wenn man die Buchrechte verkauft und dann keinen Einfluss auf den Film hat.

Ich kann ihre Bücher wirklich empfehlen und wer mag, der kann ja mal einen Blick auf ihre homepage werfen und ihren Werdegang nachlesen, der mehr als interessant ist, auch unter dem Gesichtspunkt, wie sie ihren Traum lebte/lebt, Schriftstellerin zu werden.

Ihr neues Buch "Böser Wolf" steht noch nicht in meinem Bücherregal, es erschien im Oktober letzten Jahres. Sobald es jetzt in Taschbuchausgabe herauskommt, werde ich es mir aber holen. Die Rezessionen auch für dieses Buch sind hervorragend.

Kommentare:

  1. Ganz genau so ist das bei jedem Film liebe Christa. Jedesmal wenn ich das Buch vorher gelesen habe, war ich vom Film enttäuscht. Egal ob "Dornenvögel", oder "Fackeln im Sturm", ganz krass war "Nicht ohne meine Tochter".
    Von den Classikern mal ganz zu schweigen.

    Werde mir die Hompage mal anschauen.

    Liebe Grüße
    Angelika

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  2. Ich bin so überhaupt kein Krimifan :-(

    Mit Mitte 20 las ich damals "Friedhof der Kuscheltiere" von Steven King.
    Ein halbes Jahr später wurde das Buch verfilmt. Ok es war ein Horror, ok ich guckte ihn sowieso halb NUR hinter meiner Jacke aaaaaaaaber trotzdem war ich von der Handlung total enttäuscht. Hat man gerne bei Filmen von denen man vorher das Buch gelesen hat.

    Liebe Grüße
    Anja und Anhang

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  3. christa, ich kenne werder die bücker noch habe ich den film gesehen.

    aber ich habe schon des öfteren die erfahrung gemacht, wenn ich ein buch zuerstgelesen habe, war ich vom film eigentlich immer enttäuscht.denn wenn man etwas liest, was ja auch noch viel detalierter beschrieben ist wie es die zeit für einen film hergibt, macht man sich einfach im kopfkino ein bestimmtses bildvon dem was dort beschrieben wird und an diese ganz eigene fantasie dessen, kommt ein film einfach nicht ran.

    lg gabi

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  4. Vielen lieben Dank Christa für die Vorstellungen und kurzen Beschreibungen. So kann ich mir auch einen kleinen Eindruck machen um was es sich handelt. Werde doch mal in der Mediathek schauen ob ich den Film hier nachträglich anschauen kann, denn neugierig gemacht haste mich schon.

    Bezügliche Buch <> Film habe ich noch nie die Erfahrung machen können das ein Film nach einem bereits gelesenen Buch besser oder gleichzustellen ist. Bis dato bin auch ich immer enttäuscht worden, weil entweder für mich relevante Dinge weggelassen oder zu frei interpretiert wurden.

    Liebe Grüsse

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  5. LESESUCHT..ach Christa..ich kenne diese KRANKHEIT auch und wenn so ein Krimi super gemacht ist..immer ein Vergnügen.
    LG vom katerchen

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  6. Nachdem ich diesen Beitrag nun gelesen habe, bin ich doppelt froh, dass ich das Buch vorher nicht gelesen habe - wahrscheinlich wäre der Film dann bei mir längst nicht so gut angekommen wie er angekommen ist!
    Gestern schon hatte ich mir vorgenommen das Buch zu bestellen; nun freue ich mich doppelt aufs Lesen!

    Liebe Grüße, Juliane

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