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Freitag, 13. Mai 2016

Ein kleiner Wanderer

Im gestrigen post gab es am Schluss ein Suchbild zu sehen.
- Nova hatte eine Vermutung, wollte sie aber nicht äußern.
- do sah zwei kleine Knäuel, Flaum.
- Paula meinte, sie hätte Tomaten auf den Augen.
- Jutta dachte, auf dem Suchbild ist das Nest mit den Jungen zu sehen, zumindest sah sie etwas Flauschiges

Ich umrande mal, was hier Flaum oder Flauschiges ist. Ihr liegt damit goldrichtig.

Klickt die Fotos zur Vergrößerung dann wieder an.


Es kommt Bewegung ins Suchbild.

- Hey, wer bist du denn?
° Du wolltest uns doch bestimmt sehen oder?


- Du bist ja ein kleines Uhu-Kind!
° Na ja, so klein bin ich nicht mehr. Ich komme mal ein Stückchen näher, dann kannst du mich noch besser sehen. 

° Und da sind meine beiden Geschwister und ich aus den Eiern geschlüpft.
- Du meinst da vor dir, wo die Federn liegen?
° Ja, genau!


- Dann war das vorhin deine Mama, die oben auf dem Felsvorsprung saß, nehme ich an.
° Ja, das war sie und ich schaue jetzt mal nach, ob in unserem Haus noch alles in Ordnung ist.


- Das heißt, ihr drei wurdet in dieser Felsnische geboren.
° Stimmt, hier drin war das! Und Mama und Papa haben uns hier immer gefüttert und auf uns aufgepasst.


° Aber jetzt, wo wir schon größer sind, lassen sie uns öfter allein, um Futter zu besorgen. Mama hat gesagt, wenn sie nicht da wäre, dann sollten wir uns verstecken, damit uns keiner mit nimmt.


- Und da versteckt ihr euch dann hinter dem Gebüsch. Ihr seid ganz schön clever!
° Und wenn wir wirklich mal auf Wanderschaft gehen, dann müssen wir alles rundum immer genau beobachten, weißt du?


° Mama sagt, ich muss in alle Richtungen schauen, besonders auch nach oben wegen der Krähen. Die können uns nämlich noch gefährlich werden.


° Weil die vorhin wieder mal hier einflogen, kam auch Mama ganz schnell angeflogen und hat uns weiter oben beschützt. Wenn Mama oder Papa kommen, dann hauen alle ganz schnell ab.

- Also, wenn ich dich jetzt so angucke, dann glaube ich, dass dir so schnell bei deinem Blick keiner etwas antut!
° Das kann ich schon gut, gell. Papa sagt immer, ich soll richtig grimmig schauen, wenn Gefahr im Anzug ist.


- Aber du kannst beruhigt sein, ich bin keine Gefahr für euch, ganz im Gegenteil! Ihr seid die prächtigsten Eulen, die wir hier haben!
° Wir sind ja auch die größten Eulen und ich werde bestimmt auch mal so groß wie Mama und Papa!
- Das wirst du mit Sicherheit und es wird gar nicht mehr so lange dauern.
° So, jetzt gehe ich aber wieder zurück zu meinen Geschwistern. Mama darf das ja eigentlich gar nicht wissen, dass ich alleine hier nach unten gelaufen bin.


- Hey, pass aber auf, dass du da nicht abstürzt, dieser Felsvorsprung ist ja sehr schmal, denn fliegen kannst du ja noch nicht.
° Keine Sorge, wir Eulenkinder wissen schon, wie wir uns zu bewegen haben.


° Ich kuschele jetzt wieder eine Runde mit meinen beiden Geschwistern, bis Mama mit dem Mittagessen kommt.
- Macht das, ihr drei, ich muss auch weiter ziehen und mir hat es viel Freude gemacht, euch und eure Mama kennen zu lernen. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. :-)


Zurück blieb die leere Felsnische und ich setzte meinen Weg fort!


Es war wirklich ein grandioses Erlebnis bei Familie Uhu und ich kann nicht verstehen, dass diese wunderschönen Eulen bei vielen Menschen so verhasst sind. In den Vergangenheit wurden regelrecht Hetzjagd auf unternommen, selbst auch von Jägern. Wie ich im letzten post schon schrieb, steht er in der Hierarchie der Eulen ganz oben und er erbeutet alles, was unter ihm steht.
Auf seinem Speiseplan stehen alle kleineren Eulenarten, aber auch Greifvögel wie Turmfalke, Mäusebussard, Waldkauz, Waldohreule, auch Krähen und Tauben. Daher wird er insbesondere von Taubenzüchtern gehasst. Er verschmäht aber auch Säugetiere nicht wie Ratten, Kaninchen, Jungfüchse und Jungdachse. Amphibien, Fische, Aas stehen ebenfalls auf seinem Speiseplan.

Obwohl sich die Population des Uhus in letzter Zeit erholt hat, gilt er immer noch als gefährdet. Ein Uhu wird nur jagen, wenn er Hunger hat und in der Brutzeit, um seine Jungen durchbringen.
Bei dem vergleichsweise niedrigem Bestand muss man keine Bedenken haben, dass der Uhu andere Tierarten ausrotten würde.
Junge Uhus müssen sich vor Mardern und Waschbären in Acht nehmen. Beide sind gute Kletterer und können den Jungen schon gefährlich werden.
Größte Gefahrenquelle für die Großeule bilden Mittelspannungsmasten, denn Stromschlag gilt als einer der häufigsten Todesursachen. Auch Oberleitungen an Bahnstrecken führen oft zu Stromtod der Eulen.
Die Sterblichkeitsrate der Junguhus liegt im 1. Lebensjahr bei 40 - 77 % laut Untersuchungen und sinkt im 2. Lebensjahr bereits auf 20 %
Es bleibt zu hoffen, dass der Lebensraum dieser Eule erhalten bleibt und darüberhinaus erweitert werden kann.

Kommentare:

  1. Boah, das ist ja abgefahren! Überhaupt einen Uhu vor die Linse zu bekommen ist ja schon Glücksache. Dann auch noch den Brutplatz zu finden und die Jungen zu fotografieren, das ist sensationell!
    Dazu dann noch die lustige Geschichte zu den Bildern!
    Ich bin einfach nur begeistert.

    LG Hans

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  2. Liebe Christa,
    das ist mir gestern ja ganz entgangen ... wie schön ... 2 Uhu-Kinder! Ich hoffe sehr, daß sie ansonsten nicht entdeckt werden und in Ruhe groß und flügge werden können . Danke für diese wunderbaren Bilder!
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag und einen guten Start ins Pfingstwochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  3. Was habt ihr gute Augen ? Ich hab auf dem Suchbild rein gar nix bemerkt - süß diese Kleinen...... so was zu entdecken ond dann zu beobachten ist schon ein ganz besonderes Erlebnis

    lg gabi

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  4. Und wieder erzählst du uns eine wunderschöne Bildergeschichte. Deine Dialoge sind immer so herzerfrischend. Und dass ich gestern richtig sah, freut mich natürlich.
    Herzlich, do

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  5. Im Zusammenhang mit der UhuMama habe ich auch direkt an Nachwuchs gedacht, und auch hier kann ich nur sagen→ WOW. Das muss selbst für dich noch ein ganz besonderer Moment gewesen sein der dir immer in Erinnerung bleiben wird. Kann man nur die Daumen drücken das alle Jungen sich immer gut verstecken und nicht "geräubert" werden.

    Ich kann es auch nie nachvollziehen wie Menschen auf bestimmte Tiere reagieren und meinen dann jagen zu müssen. Fressen und gefressen werden, hat schon immer funktioniert, wenn es nicht den Menschen gäbe. Er allein ist doch verantwortlich für ein Ungleichgewicht.

    Danke dir liebe Christa für die wunderschönen Bilder und die Geschichte die du herumagebaut hast. Macht mir immer eine große Freude. Beide Daumen hoch dafür d(^_^)b


    Liebe sowie ♥lcihe Grüsse

    N☼va

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  6. Ach wie süüüüüüß,
    liebe Christa, wie toll, dass du dran bleibst,
    welch Geschenk dies in der freien Natur sehen und erleben zu dürfen!!!
    Ich freu mich wirklich sehr für dich
    und ein klein wenig auch für mich!!!!
    Ganz ganz lieben Dank für dein Zeigen und Teilen!
    Danke für deine Aufklärung,
    ja die Fressgewohnheiten machen vielen Angst,
    aber das ist bei den Tieren halt so...,
    auch wenn es sich auch für mich nicht schön anhört...-
    Fleischesser, zu denen ich auch ab und zu gehöre,
    machen es ja eigentlich, wenn man darüber nachdenkt,
    nicht anders...
    Herzensgrüße schickt Monika*

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  7. Hallo Christa,
    die kleinen sind total süß. Erst muß man so was finden und deshalb ist mir schon eine große Nummer, überhaupt so ein Tier sehen zu können, und dann noch das Foto...toll.
    Danke für die Informationen, ich wusste nichts über Uhus, dachte auch nicht, daß die andere Vögel fangen. Deine Naturberichte sind so toll.
    Seit ich durch das Fotografieren mehr Interesse für Vögel bekommen habe, lene ich immer gerne was dazu.
    Liebe Grüße

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  8. Hallo liebe Christa,
    Du hast gute Augen, denn ich hätte die Kleinen vermutlich nicht entdeckt.
    Deine Fotos sind wunderschön und die kleinen Eulen sitzen relativ geschützt da oben. Hoffentlich wachsen und gedeihen sie gut.
    Ich wünsche Dir / Euch ein schönes Pfingsten.
    Viele liebe Grüße, Synnöve

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  9. Wie gut gesehen - eine schöne Serie - dem Lütten drücken wir nun die Daumen für eine gute Aufzucht.

    Liebe Grüße und frohe Pfingstfeiertage - Monika

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  10. Was hast Du für ein Glück mit deinen Modellen und wir haben Glück das hier zu sehen.
    Danke fürs Teilen und einen lieben Gruß
    Kirsi

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  11. ach was----wie niedlich. Das sind ja tolle Fotos!
    LG susa

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  12. wie das Junge aussieht goldig mit dem Flaum!
    Dem wünsche ich alles gute!
    Lieben Gruss Elke

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  13. welch ein süßes Daunenbällchen.
    Ich hoffe natürlich, es findet ohne Schaden den Weg in ein
    langes Uhu-Leben!
    Liebe Grüße, liebe Christa
    Gabi

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  14. Oh, Christa! Erst die Uhudame und nun die kleinen Flaumbällchen-tolle Aufnahmen hast du uns mitgebracht.
    Ich mag sie sehr. Hier in Berlin hatte ich bis vor Kurzem ein Käuzchen vor dem Fenster-wenn es in der Nacht rief war das wie in einem Film.Kaum zu glauben, dass so etwas Mitten in der Großstadt zu hören ist.
    Herzliche Grüße zu dir und frohe Pfingsten
    Jo

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  15. Wow, ganz schwer zu fotografieren! Dass du den überhaupt entdeckt hast!
    LG - Elke

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  16. oh - sind das wieder fantastische Bilder -
    und dazu dein schöner Text - und die Informationen.
    Das war wieder ein richtiges Erlebnis ... auch am Bildschirm :-)

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  17. was für eine herrliche Geschichte..
    und geniale Fotos
    die Felbsruchkante hinter dem Küken sieht selber aus wie ein großer Greifvogel ;)
    liebe Grüße
    Rosi

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