Donnerstag, 6. August 2026

In Lauterbach

hab ich mein Strumpf verlor'n
und ohne Strumpf geh ich ned heim.
So geh ich halt wieder nach Lauterbach hin
und hol mir mein Strumpf an mein Bein.

Vielleicht kennt ihr ja dieses Lied. 

Die Legende besagt, dass ein wandernder Strumpfmachergeselle in einem Winter nach Lauterbach kam.
Dort fand er Unterkunft und Arbeit bei einer Strumpfmachermeisterin. Er zog im darauffolgenden Frühjahr wieder weiter und vergaß mit Absicht oder ohne seinen Strumpf.

Die Melodie des bekannten Volksliedes diente 1864 als Vorlage für das bekannte amerikanische Lied
"Where o where has  my little dog gone" . Soweit ich weiß, gibt es auch eine französische Version.

Lauterbach ist die Kreisstadt des mittelhessischen Vogelsbergkreises, ein wunderschönes Städtchen mit einer historischen Altstadt und vielen Fachwerkhäuern.
Vielleicht habt ihr ja sogar mitbekommen, dass dort ein verheerender Band ausbrach, dessen Ursache noch nicht definitiv geklärt ist. Zahlreiche Fachwerkhäuser wurden schwer beschädigt, der Schaden geht in die Millionenhöhe. Mehr darüber könnt ihr hier nachlesen.

Ich zeige euch jetzt ein paar Bilder von einem Besuch in Lauterbach.


Zum Relaxen darf man sich gerne neben die Dame links setzen.


Es war etwas regnerisch an diesem Tag, da wollte sich wohl doch niemand hinsetzen.


Wir bummelten durch zahlreiche Straßen


und genossen den Flair dieser hübschen Stadt.


Nun ging es an der Lauter entlang, dem Fluss, der durch Lauterbach fließt.


Das berühmte Denkmal dieser Stadt, den Lauterbacher Strolch, wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Er verdankt seinen Ursprung dem Lauterbacher Maler Julius Siemens. Der Verpackungsunternehmer Gustav Stabernack stiftete das 120 cm fast lebensgroße Denkmal aus Bronze, das am 30.04.2005 enthüllt wurde. 
Auf dem folgenden Foto seht ihr den berühmten Strolch, platziert auf einem Sandsteinsockel bei den Schrittsteinen, die über die Lauter führen.


Dominik ließ es sich nicht nehmen, dem Strolch einen Besuch abzustatten.


Noch mal schnell zurücklaufen und den Schirm holen, der Strolch hat schließlich auch einen.


Und Dominik, der stets gerne schauspielerte, war immer zu einem Spaß zu haben.
Mit ihm Ausflüge zu unternehmen, auf Fototour zu gehen, bereitete uns stets sehr viel Freude.

Diese Skulptur war bei den Lauterbacher Bürgern erst sehr umstritten, waren viele doch der Meinung, dass beispielsweise ein altes Fachwerkhaus ein wertvolleres Motiv wäre, es als Denkmal in den Mittelpunkt zu rücken.
Aber von Fachwerkhäusern allein kann keine Stadt leben, noch dazu, dass immer mehr Geschäfte auch schlossen, der Tourismus rückläufig war

Diese Bronzefigur stellte sich dann als Magnet heraus, da viele sich gerne fotografieren ließen mit dem besagten Strolch. Somit erlebte Lauterbach wieder einen Touristenaufschwung.

Die Lauterbacher Molkerei entdeckte schnell, dass dieses Motiv des Lauterbacher Strolches ein guter Werbeträger wäre, bemühte sich um die Rechte, die sie vom Mandt-Verlag erhielt und somit zierte dann der Strolch die Camembert-Schachtel. In Lauterbach entstand in 1887 Deutschlands erster Camembert-Käse. Die Marke dürfte vielen auch heute noch bekannt sein, auch wenn es diesen Camembert nicht mehr gibt.
Als Kind war ich natürlich begeistert von der schönen bunten Schachtel und Mama musste diesen  Camembert immer kaufen. 1998 wurde die Produktion durch Übernahme durch die Moha-Gruppe eingestellt. Die bunten Schachteln sind im Internet noch zu finden

Idylle pur an der Lauter




Und jetzt schaut mal, was aus dem damaligen 14-jährigen Dominik geworden ist.

Ein Tuareg

Das hätte jetzt wohl keiner vermutet. Nix Auto, Bus, Bahn, Flieger, nein, ein Tuareg bewegt sich von A nach B auf einem????

Dominik verbrachte in diesem Jahr einen Urlaub in Marokko mit Besichtigung der Stadt Marrakesch. Diese Stadt beeindruckte ihn sehr mit der tollen Altstadt Medina, den vielen Souks, Palästen, Moscheen und Schlangenbeschwörern.
Ein Ritt auf einem Quad durch die Wüste, einigen Surftagen an der Küste rundeten diesen erlebnisreichen Urlaub ab
Und schaut mal, was er mir auch schickte.

Ein Storchenpaar mit seinem Nest auf einer Altstadtmauer. In Marokko findest man Störche ganzjährig, wobei ja unsere deutschen Störche früher dort auch überwinterten.
Das nächste Bild zeigt Dominik in Mailand, im Hintergrund der Mailänder Dom, auch ein Kurzurlaub in diesem Jahr.

Noch ein Urlaubsbild aus diesem Frühjahr.....am Comer See


Als letztes noch ein Päuschenbild aus seiner Wahlheimat "Köln".


Aus dem seinerzeit in Lauterbach 14-jährigen "Strolch" ist nun ein stattlicher junger Mann von 26 Jahren geworden.
Die Veröffentlichung der Fotos erfolgt natürlich mit Dominiks Erlaubnis. Er steht sowieso nach Abschluss der Journalistenschule in Köln mit begleitendem Studium an der Kölner Uni in der Öffentlichkeit und ist jetzt als Journalist bei der FAZ tätig. 

Um was ging es nun in diesem post, um Lauterbach oder um Dominik? Es ging um beides und um Dankbarkeit diesen wundervollen Enkel zu haben, mit dem ich viel Zeit verbringen durfte, ihn habe aufwachsen sehen, was nicht allen Großeltern vergönnt ist und nun zu sehen, was aus ihm geworden ist.
An dieser Stelle hier, lieber Dominik, alles erdenklich Gute für deinen weiteren Lebensweg. Ich bin mächtig stolz auf dich!



Montag, 3. August 2026

Schwalben und mehr

Heute zeige ich euch noch ein paar weitere Fotos von diesen schönen Überfliegern.
Rauchschwalben bestechen durch ihre dunklen Deckfedern, die besonders in der Sonne dunkelblau schillern. Brust und Bauch sind weiß, Stirn und unterhalb des Schnabels zieren kleine orangefarbene Federn.


Sie hat mich jetzt im Visier

Startklar machen

Nest mit Eltern unter der Decke einer Hofeinfahrt. Die Hausbesitzer dulden die Verschmutzungen.


Besonders apart finde ich die Küstenseeschwalben, die größer als Mehl- oder Rauchschwalben sind. Ihre Größe beträgt  zwischen 33 und 40 cm groß, ihre Flügelspannweite ca. 65-78 cm.
Sie sind Langstreckenzieher und überwinden im Jahr eine Flugstrecke von über 90.000 km.
Lebensräume sind Arktis, Antarktis, sie brüten aber auch in großen Kolonien in Norwegen, Island und an den deutschen Nord- und Ostseeküsten.
Die Nester bauen sie während der Brutzeit von Mai bis August am Boden und suchen sich dazu flache Sandstrände, Salzwiesen, Dünen oder kurzrasige Böden aus. Richtig gebaut wird ein Nest nicht, wie wir das von anderen Vögeln her kennen. Eine Mulde wird in die jeweilige Bodenart gedrückt und das war es dann auch schon. Bezeichnet wird diese Schwalbe auch als Seeschwalbe.

Markant sind der rote Schnabel, die roten Beine und Füße, die schwarze Haube. Das Federkleid ist weiß-silbrig mit dunklen Abstufungen an den Flügelrändern und -spitzen.




Neben dem Partner sicher gelandet


Die beiden scheinen sich gefunden zu haben.


Schön anzuschauen, wenn sie ihre Kreise in der Luft ziehen, sind aber auch blitzschnell


Jetzt noch ein ganz, ganz flinker Durchflieger


Die Hortensien leiden in diesem Jahr extrem ob der Hitze sowie der starken Sonneneinstrahlung. Blaue mochte ich schon immer gerne, habe aber keine mehr. Beim Stöbern auf den Festplatten begegnete mir  noch diese Blüte.

Vera/Arti überraschte mich mit einer wunderschön gemalten Magic Flower-Power Karte. Das bunte Blümchen zauberte mir sofort ein Lächeln ins Gesicht und ich finde, es lächelt selbst sogar. Liebevolle Zeilen und ein passendes Gedicht haben mein Herz erfreut. Vielen Dank, liebe Vera. :-)


Erdbeeren sind weiterhin noch bekommen und mit  leckeren Erdbeertörtchen möchte ich euch den Wochenstart etwas versüßen und  hoffe, ihr seid gut in den Monat August gekommen.


Meine Tante sagte immer: "Im Sommermonat August ist es so heiß, das man Spiegeleier auf der Motorhaube braten kann."
Nee, brauche ich wirklich nicht mehr. *g*
Kommt gut durch neuen heißen Tage


Montag, 27. Juli 2026

Eine Schwalbe

 .....macht noch keinen Sommer


viele schon



Aber in diesem Jahr gibt es Trauriges von den Mehl- und Rauchschwalben zu berichten. Das heiße Wetter forderte seinen Tribut und viele Jungschwalben verendeten beim Verlassen der Nester, lagen kurze Zeit später tot am Boden. Sie waren zu schwach, wohl auch unterernährt. Die Eltern schafften es nicht, genügend Futter und auch Flüssigkeiten in die kleinen Schnäbel zu befördern.
Nicht überall sind Nester an Häusern willkommen, da die Fassaden durch Kot sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Seitens unseres Vogelschutzvereins brachten wir an etlichen Häusern, da die Hausbesitzer doch froh waren, dass Schwalben brüteten, Kotbretter unterhalb der Nester an, was dem entgegenwirkt.
Während in den vergangenen Jahren ich immer wieder Schwalben in unserer Straße hier beobachten konnte, herrscht in diesem Jahr absolute Funkstille. 
Im Ortsbereich gibt es auch keine Bauernhöfe mehr. Die wenigen Landwirtschaftsbetriebe, die wir noch haben, siedelten schon lange an den Ortsrand aus in die Nähe ihrer Felder
.
Bei den Mauerseglern erleben wir ein ähnliches Szenario.

Sehr gefreut habe ich mich über diverse Post von lieben Bloggerinnen, die mich erreichte, 2 Karten von Heidi/Trollspecht, die eine, wieder wunderschön gemalt, trägt den Titel "Traumfahrt nach Sylt". Heidi steht hinter dem Steuerrad und wird das Traumschiff mit Sicherheit bestens in den Hafen von List steuern. Die gemalte Ansichtskarte schrieb sie mir aus ihrem Urlaub im Kinzigtal/Schwarzwald.


Von Vera/Arti bekam ich diese Ansichtskarte aus Texas von ihrem letzten road trip durch die USA. Die Karte schnappte sich sofort Storch Tommy. *g*


Birgit/Landträumereien erfreute mich mit einer toll gebastelten Sommerkarte. Damit die Blumen im Garten nicht verwelken, müssen sie gegossen werden. Das hat Birgit wohl richtig erkannt und wenn wir einem Marini begegnen, glaube ich, freuen wir uns alle oder?


Habt vielen Dank ihr drei für eure lieben Zeilen und auch Gedichte, die die Karten zu etwas ganz Besonderem machen.

Die kleinen Kolibris, womit ich natürlich die Taubenschwänzchen meine, flattern munter von Blüte zu Blüte, um sich Nahrung zu ergattern. Ganz besonders mögen sie den pinkfarbenen Phlox. Einen weißen, den ich mal hatte, ließen sie jedoch links liegen.



Auch am chinesischen Bleiwurz, tummeln sie sich gerne.



Lesen gehörte auch schon immer zu meinen Hobbies. Zur Zeit lese ich den 2. Band der Reihe "Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley. Die Geschichten handeln von 6 aus allen Teilen der Welt von einem Mann adoptieren Mädchen. Er brachte jeweils immer ein Mädchen von seinen Reisen mit. Als der Adoptivvater, den sie Salt Pa nannten, starb, hinterließ er jeder Tochter einen Brief mit Hinweisen, woher sie kamen. Echt spannend zu lesen und man taucht ein in Familienverstrickungen, die weit zurück liegen.



Zwetschen gibt es auch schon, somit lässt man sich gerne ein Stück Zwetschendatschi schmecken. 

Emotional hat mich der plötzliche Tod meines 3 Jahre älteren Bruders getroffen, der an einer Lungenembolie verstarb. Der Schmerz sitzt immer noch sehr tief. Was bleibt, sind die wertvollen Erinnerungen, die Kraft und Zuversicht verleihen.


Warum heißt der Stieglitz auch Distelfink? Ganz klar, weil er Disteln gerne mag.





Auch auf der Wilden Möhre kann kann man viele Insekten antreffen.

Den mit dem großen Geweih, den traf ich mal in unserem Wald an.


Schockverliebt bin ich nach wie vor in die kleinen Steinkäuze.


Hier hatte ich mal das Glück einer Goldammer bei einer Lerchenzählung zu begegnen.
Die trifft man in der freien Natur nicht alle Tage an.


Liliana hält per Kamera den kleinen Storch fest, dem danach ein Ring ans Bein angebracht wurde.
Die Storchenpopulation hier in Hessen hat enorm zugenommen. Der Artenschutz wird nicht mehr vorangetrieben, wobei im letzten Jahr das Brutergebnis sehr schlecht war. In diesem Jahr wird es besser ausfallen.


Und immer wieder faszinierend anzuschauen, sind die ersten Flugübungen der Jungstörche.

Nun wünsche ich euch allen weiterhin eine schöne Sommerzeit, behaltet euren Frohsinn und Humor, auch wenn die Welt da draußen sich aus den Angeln hebt. Manchmal mag man sich schon gar nicht mehr all die katastrophalen Nachrichten anzuhören. Den Kopf in den Sand stecken, hilft aber auch nicht weiter.
In Gedanken bin auch bei den Opfern dieses grausamen Anschlags beim CSD in Berlin.