Mittwoch, 22. Mai 2019

Verwirrspiel am Storchenhorst

Nach dem Starkregen in der Nacht von Montag auf Dienstag, der auch gestern Vormittag noch lange anhielt, machten wir uns dann, als der Regen etwas nachließ, auf den Weg, um nach unserem Storchenpaar am Ortsrand zu sehen.
Beide Altstörche standen oben, also unser alt bekanntes Männchen und seine neue Auserwählte. Sie stocherten beide im Nest herum, klappten wie wild. Irgend wie seltsam, dachte ich, das sieht nicht gut. Wer weiß, was mit den Jungen passiert ist.




Da hinten muss etwas sein. Ich konnte aber nichts erkennen, vor mir habe ich jetzt hohe Brombeerhecken und auch die belaubten Bäume versperren mir die Sicht.


Während ich noch die Luft absuchte, flog das Männchen weg, zurück blieb das Weibchen.
Juhuuuu, ein kleiner Storchenhals reckte sich nach oben.



Es dauerte nicht lange und das Männchen war auch wieder da.



Das Männchen könnt ihr immer gut erkennen, es ist rechts beringt, das Weibchen unberingt.
Jetzt begann das Verwirrspiel, ständig flog einer von beiden weg, kam kurze Zeit später wieder zurück, dann flogen beide weg. Da ja Junge im Nest sind, werden sie auf keinen Fall sich weit entfernen. Erst mal rein ins Auto und den beiden nachfahren. Dann sah ich auf dem anderen bisher nicht belegten Storchenhorst zwei Störche stehen. Wieder umdrehen mit dem Auto und zurückfahren zum Ort des Geschehens.  Papa Storch war wieder gelandet.


Auch das Weibchen kam wieder.



Weit oben in der Luft entdeckte ich dann den Störenfried, ein so genannter Störstorch.


Stark zu vermuten ist, dass es unser altes bisheriges Weibchen ist, das in der Weide sein Nest verlor. Es versucht wahrscheinlich vehement, wieder seinen Platz zu erobern. Mit Bestimmtheit kann ich es aber nicht sagen, da ich nicht erkennen konnte, ob dieser Storch einen Ring trug.

Das Verwirrspiel ging jetzt etliche Male weiter, Ablug, Anflug, immer im Wechsel, zwischendurch lautes Geklapper.



Wieder Abflug


Letztendlich kehrte Ruhe ein, Papa Storch blieb im Nest und kümmerte sich um die Kleinen. Ich hoffe, er schaut hier gerade nach dem Winzling, der sich noch nicht zeigt.


Zum Schluss noch ein Bild von der Nidder, die hier ja vorbei fließt, sie ist randvoll gefüllt. Vielerorts ist sie ja bereits über die Ufer getreten.




18 Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebe Christa,
    herzlichen Dank für diese tollen Bilder und die Geschichte dazu!
    Ach, es ist so schön zu sehen, daß es auch hier Junge gibt! Für das alte Weibchen ( wenn das der Störstorch war) tut es mir leid, denn eigentlich sind sie doch ein Leben lang zusammen, oder?
    Ein schönes Bild von der randvoll gefüllten Nidder ... hoffentlich gibt es keine zu schlimmen Ufer-Übertretungen ....
    Ich wünsche Dir einen schönen und freundlichen Wochenteiler!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Liebe Claudia,

      nein, Störche sind nicht unbedingt ein Leben lang treu, sie sind nesttreu.
      Unser altes Weibchen kam und kam und kam ja nicht, bis letztendlich sich das Männchen mit der neuen Partnerin einließ, die ihn umgarnte und die er viele Tage zuvor vehement ablehnte und vertrieb.
      Ich weiß auch nicht, warum das alte Weibchen dann so spät erst gekommen ist.

      LG Christa

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  2. Im Grunde kann einem der "Störstorch" schon leid tun....nicht nur den Partner "verloren" sondern ja auch ihr Nest. Allerdings dann auch wieder interessant zu beobachten. Bleibt zu hoffen das es keine "bösen" Zwischenfälle geben wird und die Kleinen gesund groß werden können.

    Sieht heftig aus mit der Nidder, und gestern in den Nachrichten schon gesehen wie heftig es abgeht. Bleibt zu hoffen das auch hier nicht noch mehr passiert und die Überschwemmungen ausufern.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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  3. Guten Morgen liebe Christa,
    eine interessante spannungsgeladene Reise in die Welt der Störche.
    Deine gewählten Worte dazu haben mich begeistert. Auch in der Liebeswelt
    der Störche gibt es also unerwartete Überraschungen.
    Möge dir Versorgung ihrer Kinder weiterhin gut gelingen und wir von dir noch schöne Einträge darüber erhalten.
    Viele liebe Grüße, Karin Lissi

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  4. Schon wieder neue Storchenpost!
    Danke und einen schönen Tag!
    Astrid

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  5. Na das ist in der Tat ja ein Verwirrspiel, vielen Dank für die Fotos und Deine herrliche Geschichte dazu, liebe Christa. Wie gut, dass letztendlich wieder Ruhe eingekehrt ist und die Kleinen versorgt werden konnten.

    Viele liebe Grüße
    von Anke

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  6. Wenn der Störstorch das alte Weibchen sein sollte, ist es natürlich traurig für sie, wenn sie Mann und Nest verloren hat ( wo hat sie sich nur so lange rum getrieben???)
    Interessant zu beobachten ist das ganze natürlich und ma kann nur hoffen das bei dem Gezanke die Jungen keinen Schaden nehmen.

    Viel Regen hattest ihr, hier regnet es zwar auch aber nicht so heftig.

    lg gabi

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  7. Liebe Christa,

    hoffe doch das nun Ruhe einzieht und sie ohne Störung ihre Jungen groß ziehen können.
    Eine echt aufregende Geschichte.

    Bei uns ist es erst heute heftig am regnen. Ab morgen geht bei uns die Erdbeerzeit los. Unser Garten wird nächste Woche Geschichte.

    Eine schöne Restwoche wünscht dir
    Paula

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  8. Liebe Christa,
    das ist ja ein spannendes Verwirrspiel, wie gut, dass du den Durchblick hast, da sieht man wie wichtig die Beringung ist. Das es richtige "Liebesgerangel" bei den Störchen gibt ist interessant, wir profitieren alle von deiner Storchenerfahrung über die Jahre hin. Vielleicht findet die verschmähte Störchendame noch Anschluß, aber für die Aufzucht von jungen Störchen wird es dann nicht mehr reichen. Auch erfahrene Storchenmänner geben die Warterei auf und sehen sich nach einer neuen Partnerin um, wieder einiges dazu gelernt.
    Liebe Grüße
    einen schönen Tag
    wünscht Edith

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  9. Hallo Christa,

    Störche sind eben auch nur "Menschen" und das Verhalten in Sachen Liebe ähnelt sich gewaltig. Wie viele gönnen dem Ex keine neue glückliche Beziehung und stören oder neudeutsch mobben und intrigieren wo sie nur können.
    Da hattet ihr aber einiges an Regen. Bei uns kam zwar nicht so viel vom Himmel, aber ich brauchte zumindest das Insektenbeet nicht wässern.

    Liebe Grüße
    Vera

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  10. Das klingt ja richtig nach Stress für die Storchenfamilie!
    Liebe Grüße
    Calendula

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  11. Liebe Christa,
    da sieht man mal wieder, auch für Störche ist das Leben kein Kinderspiel. Stets ist etwas los, immer achtsam bleiben, Versorgung der Brut und Verteidigung des Nestes halten die fleißigen Eltern ganz schön in Atem. Eine tolle Bildergeschichte ist das, Danke für die Geduld beim Beobachten.
    Bei uns ist die Nahe auch schon teilweise über die Ufer getreten. Aber jetzt soll sich ja alles wieder beruhigen.
    Liebe Grüße
    moni

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  12. Meine Güte, das war ja der reinste Krimi !
    Da ging echt was ab.
    Toll wie du das alles dokumentiert und verfolgt hast.
    Super tolle Bilder davon !
    Sogar mit dem Auto auf Verfolgungsjagd, Daumen hoch für so viel Engagement.
    ♥lichst Jutta

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  13. Was für eine Geschichte, ich war richtig gepackt.Wir haben die Tage in unserem Hotel Welschnofen auch Störche gesehen.Hätte nicht gedacht das es so tolle Tiere sind.Super Bilder, finde ich wirklich klasse.Wünsche dir eine schöne Woche !

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  14. Liebe Christa,
    mächtig was los bei Familie Storch und das war ja schon Detektiv-Arbeit,die du da geleistet hast!
    Ich hoffe,die Lage beruhigt sich wieder im Nest und am Fluß!
    Ganz liebe Mittwochsgrüße von
    Kristin

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  15. Wieder so eine interessante Storchengeschichte!!
    Das Flüsschen ist auch ganz schön angeschwollen, man möchte ihm zurufen: "Es reicht!"
    Schönen Gruß,
    Luis

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  16. Das ist sehr spannend liebe Chista. Ich hoffe, das Verwirrspiel hat bald ein Ende und die "alte" Storchendame beruhigt sich. Ist ja auch nicht so leicht... Wieder bescherst Du uns wunderbare Bilder.

    Liebe Grüße Sabine

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  17. Hallo liebe Christa,
    oh je, was für ein Verwirrspiel... nur gut das Du da noch den Durchblick hast.
    Da sieht man mal wieder "wer zu spät kommt, dem bestraft das Leben"
    Was für eine Tragödie, wo war die Arme nur und hoffentlich findet sie noch Anschluß. Aber ich glaube für kleine Storchenkinder könnte es knapp werden (30 Tage brüten und 60 Tage Nest).

    Musste schmunzeln als Du schriebst "erst mal rein ins Auto" Du verfolgst sie also sogar mit dem Auto *gg*

    Oh ja das sieht heftig aus mit der Nidder. Hatte gestern auch in den Nachrichten gesehen wie schlimm es in manchen Gebieten mit dem Hochwasser ist. Hoffen wir mal das es nicht noch schlimmer wird.

    Einen schönen Donnerstag wünsche ich Dir.
    Liebe Grüße
    Biggi

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