Donnerstag, 23. Mai 2019

Üp Klef

oder erst einmal Ruar Ört?


Wir entschließen uns.... Üp Klef zu laufen. Das bedeutet: auf dem Kliff.
Der inselübliche Dialekt ist schon nicht einfach zu verstehen. Er setzt sich zusammen aus Deutsch, Dänisch, Friesisch und Holländisch und wird gerade hier im Osten der Insel noch gehegt und gepflegt. So heißt Sylt eigentlich "Söl". Auch in der Schule wird der Dialekt noch gelehrt, um ihn an die jüngere Generation weiter zu geben.

Wir sind also heute mal wieder auf Söl und konkret sind wir, wie eben schon angedeutet, im östlichen Teil der Insel, und zwar in Morsum.
Wenn man über den Hindenburgdamm kommt, ist Morsum das 1.Dorf, was man auf Sylt passiert, reist man weiter. Ca. 1100 Einwohner zählt der Ort, in dem die Uhren noch langsam ticken.
Laufen wir mal los!
Das Wetter ist heute nicht optimal, ganz im Gegenteil, es regnet sogar. Also Regenjacken sind schon notwendig, wenn auf die Insel reist.


Im Hintergrund seht ihr das Wattenmeer. Viele Seevögel begeben sich dort bei Ebbe auf Nahrungssuche oder errichten auch am Kliff ihre Brutstätten.


Da der Regen zunimmt, entschließen wir uns, nicht hinauf aufs Kliff zu laufen, sondern drehen jetzt eine Runde um das Naturschutzgebiet. Ihr seht die Regentropfen auf der Infotafel.
Von Westerland aus fuhren wir mit dem Bus, der am Bahnhof von Klein-Morsum hält. Von dort begann dann unsere Wanderung.


Grün ist es auch hier geworden.


Bedeutend für das Kliff und Sylt schlechthin ist der Strandhafer, der verhindert. dass die Dünen weiter wandern.
Eigentlich sind Juni, Juli, August die besseren Jahreszeiten, hier eine Wanderung zu machen,
wenn die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt in ihrer ganz Pracht zu sehen sind wie das gefleckte Knabenkraut, der fleischfressende Sonnentau oder der Lungenenzian, der in Deutschland auf der Roten Liste steht, zu sehen sind, um nur einige der wertvollen Pflanzen zu nennen. Nicht zu vergessen sind die über 600 Schmetterlingsarten, die sich in der Heide dann tummeln.
Damit kann ich aber heute nicht dienen.

Wir genießen heute die Stille, die gute Luft und alleine sind wir nicht. Es sind trotz nicht optimalen Wetters etliche Wanderer hier unterwegs......


.....so wie hier auf dem folgenden Foto.



Es wird heller und wir haben inzwischen das Naturschutzgebiet fast umrundet.


Die ersten Häuser sind wieder in Sicht.


Jetzt geht es Ruar Ört. Es ist ein Flurname und bedeutet "Rote Wurt"
Ruar = rot
Ört = Wurt
Ganz schön kompliziert oder?
Immer wieder schön anzuschauen die mit Reet gedeckten Dächer.
Viele der Häuser sind von Steinmauern umgeben, einem Friesenwall. Aus Findlingen wird er in Trockenbauweise zusammengesetzt. Auf den Wall pflanzen dann die Besitzer meistens Rosenbüsche, sie sind auch auf dem folgenden Foto zu sehen. Überall wurden die Wälle im Pflanzbereich rund um die Büsche von Unkraut entfernt. Blühen dann die Rosen, ist der Anblick eines solchen Hauses ein Augenschmaus.


Auch an diesem Haus ist wieder ein Friesenwall zu sehen, eigentlich für jeden Häuslebauer ein "Must have" so wie bei uns aktuell fast überall Gabionen Einzug gehalten haben.

Da es solche Natursteinmauern nur ganz selten bei uns gibt und schon gar nicht in der Bauweise wie auf dem folgenden Foto zu sehen ist,....


... verlinke ich gerne diesen Beitrag zu Arti, die gestern alles einsammelte, was nicht alltäglich ist.


Schaut bei ihr mal vorbei, wenn ihr das nicht schon gemacht hattet, es lohnt sich auf jeden Fall.

Bei der obigen Bauweise wird der Raum zwischen den Steinschichten mit der ausgehobenen Erde verfüllt. Mörtel erübrigt sich quasi. Dieser hat auch bei der Trockensteinbauweise nichts zu suchen.
Da oft die ausgehobene Erde nicht reicht, können Rollrasenstreifen die Fugen zwischen den Steinschichten ergänzen. Zum Einwachsen und Füllen der Fugen benötigt  der Rasen meistens ca. 6 Monate.
Diese Trockenmauerbauweise hat mich schon immer auf Mallorca fasziniert, dort natürlich mit anderen Steinen.

Mit dem, was aktuell an Blütenpracht zu sehen war, ........




verabschiede ich mich aus Morsum und hoffe, die kleine Wanderung hat euch etwas gefallen.


Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebe Christa,
    eine herrliche Wanderung habt ihr auf Söl gemacht! Ich liebe diese Häuser und die Art,wie sie die Steinmauern, den Friesenwall, machen , sehr!
    Hab einen schönen und freundlichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  2. Sogar sehr hat mir dies "kleine" Wanderung gefallen !
    Und tatsächlich bin ich besonders begeistert von den Häusern mit ihre Steinwällen.
    Das sieht so urig aus.
    Das letzte Foto davon ist ja schon ein kleines Kunstwerk.
    Einen schönen Tag wünscht dir
    Jutta


    AntwortenLöschen
  3. Mit solchem Rollrasen dazwischen habe ich die Mauern noch nie gesehen. Das finde ich ja auch klasse, ebenso mit den Rosen. Das muss herrlich aussehen wenn sie alle in Blüte sind...genial schon die Vorstellung.

    Ganz toll auch der Spaziergang auf den du uns mitgenommen hast. Danke dir vielmals dafür. Nun habe ich die Insel schon ein wenig kennengelernt. So ganz anders als man es aus den Medien her kennt ;-) Gefällt mir sehr gut was du zeigst.

    Witzig auch mit dem Dialekt, doch so ganz andes weil "gemischt". Gut finde ich wenn es in den Schulen wieder aufgenommen wird. Gibt für mich eigentlich nur einen "Dialekt" den ich nicht so gerne hören mag...

    Wünsche dir einen tollen Tag und sende liebe Grüssle rüber

    N☼va

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Christa,

    ja Eure Wanderung hat mir sehr gefallen, wenn auch nicht das beste Wetter war, aber ich kann mir vorstellen, dass die klare Luft herrlich gewesen sein muss.

    Diese Mauer ist ja in der Tat sehr ungewöhnlich, sehr interessante Bauweise.

    Einen schönen Donnerstag
    wünscht Dir
    Anke

    AntwortenLöschen
  5. Hallo liebe Christa,
    ja das mit den Dialekten ist immer lustig.
    Ich verstehe auch kein Plattdeutsch, wenn hier die älteren Einheimischen unter sich erst einmal los legen verstehe ich kein Wort *g* aber ich finde das hört sich lustig an.
    Das die Kinder diesen nordfriesischen Dialekt in der Schule lernen, hab ich schon mal in einer Sendung über die nordfriesischen Inseln gesehen... finde ich toll.

    Herrlich so eine Wanderung, auch wenn das Wetter nicht so berauschend war, aber dafür gibs ja schicke Friesennerze und Gummistiefel *g*

    Ich liebe mit Reet gedeckte Häuser.
    So ein Friesenwall sieht wirklich wunderschön aus und erste recht wenn darauf die Büsche und Rosen blühen.

    Und wegen einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt müsst ihr eben in zwei/drei Monaten noch einmal wieder kommen.

    Einen schönen Donnerstag wünsche ich Dir.
    Liebe Grüße
    Biggi

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Christa,
    durch Deine wunderbare Wanderung habe ich wieder ein Stück Erde kennengelernt, das ich nur von "Urlaubs-Werbe-Bildern" kenne. Die Schicki-Micki-Meile sozusagen.
    Es sieht dort nur "gesund" aus. Gute Luft, herrliche Wege und Wasser bis an den Horizont. Da würde mir ein Urlaub auch gefallen.
    Die Reet gedeckten Häuser sind ja ein Blickfang - nur der Rollrasen wirft für mich Fragen auf. So toll er aussieht und ich denke, er ist neu angelegt. Was aber ist nach einiger Zeit? Regen weicht vielleicht das Erdreich auf oder bei Trockenheit ist der Rasen nicht mehr grün? Aber das kann man erst nach einem Sommer sehen.
    Ein Paradies zweifellos ;-))
    Danke für diesen Spaziergang.

    Liebe Grüße und hab' eine schöne Zeit
    Elisabetta


    AntwortenLöschen
  7. Ich dachte immer das Trockenmauer ausschließlich aus Steinen bestehen die damit sie passen notfalls in form gehauen wurden. mit den Rasenstreifen dazwischen sieht das ehr interessant aus und ich denke mir so ist gleich auch für Insekten gesorgt, die sich darin einnisten können.

    Einen schönen Spaziergang habt ihr über "Söl" gemacht.
    Mit der Sprache hätte ich wohl Probleme :-) soviel umdenken etc.

    Gegen Regenwetter hilft nur wasserdichte Kleidung - schließlich will man ja nicht nur drinnen sitzen sonder auch was unternehmen im Urlaub.

    lg gabi

    AntwortenLöschen
  8. Hallo liebe Christa,

    schon allein das Friesische ist schwer zu verstehen wenn die Einheimischen so richtig loslegen, da kann es bei einer Mischung diverser Dialekte erst recht schwierig werden.
    Die Mauern sind schon etwas Besonderes und ich kann mich erinnern, dass wir uns als Kinder gegenseitig die Hagebutten der Rosenhecke als Juckpulver in die Shirts gesteckt haben :)) Der Aufbau mit Rollrasen ist mir noch nie begegnet, sieht aber relativ einfach aus und könnte sicher auch mal ein Trend werden. Wenn dann noch eine Rosenhecke ihre Blüten darüber entfaltet, wird es im Sommer DER Hingucker.

    ich habe mich sehr gefreut, dass du uns auf euren Ausflug mitgenommen hast. Vielen lieben Dank für diesen interessanten Mauer-Post.

    Herzliche Grüße
    Arti

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Christa,
    der Spaziergang hat mir sehr gut gefallen! Ich mag diese tollen Häuser! Und die Idee, Trockenmauern SO zu bauen, ist fantastisch!
    Liebe Grüße
    Calendula

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Christa,
    mit dir macht auch ein "nasser" Spaziergang ganz viel Freude. So viel interessantes gab es zu sehen und alles gehörte euch ganz alleine. ;-)
    Eine solche Stein-Rasen-Mauer habe ich noch nie gesehen. Es sieht schön aus und ist wohl auch nützlich.
    Danke fürs Mitnehmen ♥
    liebe Grüße
    moni

    AntwortenLöschen
  11. Einfach herrlich liebe Christa. Ich liebe ja die Friesenhäuser mit den Reetdächern. Obwohl ich Plattdeutsch verstehe und auch ein bisschen Dialekt sprechen kann, verstehe ich die Friesen mit dem besonderen Dialekt Frisk überhaupt nicht.

    Liebe Grüße Sabine

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Christa, ich bedanke mich ganz herzlich für das Mitnehmen nach Sylt. Sprachlich könnte man dort schon seine Schwierigkeiten haben. Und dann heißt es doch glatt, wir Österreicher seien schwer zu verstehen ;)

    Ganz liebe Grüße
    Kathrin

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Christa,
    je, die Wanderung hat mir prima gefallen, danke fürs mitnehmen.
    Auf Sylt war ich noch nie, aber vieles erinnert auch an Rügen, vor allem das Wetter ;), der alte Dialekt (bei uns heißt es Plattdeutsch/Plattdüütsch), Natursteinmauern, Reetdächer, der Strand... Auf Rügen gibt es jedoch Ebbe und Flut nicht, hier ist das Wasser immer da.
    Genieße weiterhin schön die Zeit am Meer, ich freue mich das es Dir gefällt.
    Hab eine tolle Zeit.
    Liebe Grüße von der Insel Rügen, MAndy

    AntwortenLöschen
  14. Oh ja, die Wanderung hat mir sehr gut gefallen, liebe Christa. Reetgedeckte Häuser finde ich wunderschön, und der Friesenwall ist mit seiner Bepflanzung neu für mich.
    Herzlich, do

    AntwortenLöschen

Ich freue mich stets über einen Kommentar zu meinem Beitrag und sage dafür „Herzlichen Dank“.

Aufgrund der neuen Datenschutzrichtlinien (DSGVO) bitte ich Folgendes zu beachten:
Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden.

Wenn du Kommentare zu einem Beitrag durch Setzen des Häkchens abonnierst, informiert dich Google jeweils durch eine Mail, die du in deinem Profil von Google angegeben hast. Wenn Du das Häkchen entfernst, wird das Abonnement gelöscht und dir eine entsprechende Nachricht übersandt.
Auch durch Abonnieren meines Blogs erklärst du dich ebenfalls mit der Speicherung deiner Daten einverstanden.
Bitte beachte auch meine Datenschutzerklärung.